Anforderungsmanagement

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Was ist Anforderungsmanagement?

Anforderungsmanagement, auch Requirements Engineering genannt, wird vor allem im Projektmanagement angewendet und beinhaltet die genaue und standardisierte Formulierung von Anforderungen, die ein Projekt erfüllen soll. Eine Anforderung ist dabei definiert als eine Eigenschaft, die durch einen Stakeholder formuliert und definiert wird. Hierbei wird zwischen funktionalen und nicht funktionalen Anforderungen differenziert.

Anforderungsmanagement wird vor allem, aber nicht ausschließlich, in Projekten im Bereich IT und CRM genutzt, um von vornherein Fehler durch Misskommunikation und/oder Fehlinterpretationen von Umsetzungsaufträgen vorzubeugen. Anforderungsmanagement lässt sich sowohl im agilen Projektmanagement (Bspw: SCRUM) aber auch im klassischen Wasserfall-Modell anwenden, wobei hier unterschiedliche Herangehensweisen bestehen. Detaillierte Information zum Requirements Engineering finden Sie in unserer Publikation Praxiswissen Anforderungsmanagement.

In Zeiten stetiger Digitalisierung und entsprechend wachsenden Anforderungen an IT-Systeme und die Vernetzung und Weiterentwicklung dieser, stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Systeme entsprechend ihren Unternehmenszielen und Prozesse weiterzuentwickeln und die Anforderung an ein System zu formulieren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Entscheider und strategieentwickelnden Personen häufig nicht das technische Know-How besitzen, um die Anforderungen präzise und genau zu formulieren, sodass ein Entwickler diese versteht und genau das umsetzt, was von ihm gefordert wird.

Wofür brauche ich Anforderungsmanagement?

Das Anforderungsmanagement hat viele Vorteile, die sich nicht nur im Bereich Projektmanagement zeigen und widerspiegeln. Auch für das Stakeholdermanagement bietet Requirements Engineering immense Vorteile. Durch stark unterschiedliche Kommunikationsbedürfnisse involvierter Stakeholder in einem Projekt, bietet Anforderungsmanagement eine Lösung, komplex formulierte Vorgaben auf Management-Ebene zu durchdringen, den konkreten Handlungsbedarf daraus abzuleiten und für alle weiteren Stakeholder verständlich zu machen. Dadurch vereinheitlicht man das Verständnis des Projektauftrages und führt dazu, dass ein Erwartungsabgleich zwischen den Vorgaben des Projektauftraggebers bis hin zum Umsetzer gefördert wird. Durch die Anwendung von Anforderungsmanagement verhindert man auf der einen Seite, dass es bei umzusetzenden Aufgaben zu Misskommunikation oder falschen Umsetzungen kommt, auf der anderen Seite ist es auch ein wertvolles Mittel, um Ressourcen entsprechend einzuschätzen und zu verteilen. Dabei werden Bedarfe aufgedeckt, die für eine erfolgreiche Umsetzung eines Projektes notwendig und sinnvoll sind und haben somit auch einen wirtschaftlichen und Planungs-Benefit und führen zu einer Effizienzsteigerung in der gemeinsamen Zusammenarbeit der Projektmitglieder und Umsetzer. Gerade durch unsere Erfahrung in Software-Implementierungs-Projekten im CRM–  und Kampagnenmanagementumfeld gewinnt Anforderungsmanagement immer mehr an Bedeutung und wird in der Praxis regelmäßig eingesetzt.

Wie funktioniert Anforderungsmanagement im Projekt?

Beim Anforderungsmanagement werden, wie bereits zuvor erwähnt, Interessen von Stakeholdern an ein Projekt bzw. ein System gestellt. Im ersten Schritt bedient man sich dementsprechend bereits etablierter Marktforschungsmethoden wie beispielsweise Umfragen, Interviews, Workshops oder Feldbeobachtungen, um aus den gewonnenen Erkenntnissen eine Anforderungserhebung zu erhalten. Aus diesen Anforderungserhebungen wird dann gemeinsam mit dem Stakeholder eine entsprechende Anforderungsdokumentation erstellt, die in Form eines Lasten- und Pflichtenheftes als Grundlage für das Projekt entsteht. Diese Anforderungsdokumentation gilt es dann im weiteren Projektverlauf zu pflegen und entsprechende Änderungen per Change Log zu erfassen oder konkrete Abgrenzungen in den Out-of-Scope Bereich zu dokumentieren. Es bietet sich ebenfalls an, sich etablierter Prozessvisualisierungen wie bspw. UML-Diagramme (Unified Modeling Language) zu verwenden, um Projektbeteiligten die Möglichkeit zu geben, Änderungen und Anforderungen visuell und schnell zu erfassen und umzusetzen, ohne sich lange Dokumentationen in Form von Fließtexten oder ähnlichem anschauen zu müssen. UML-Diagramme bieten dabei eine vereinfachte Darstellung anhand von Modellen, die für Abhängigkeiten und Zusammenhänge von Systemen und Schnittstellen auf struktureller, als auch auf verhaltensabhängiger Ebene genutzt werden können.

Was ist eine funktionale Anforderung und was ist eine nicht funktionale Anforderung?

Eine funktionale Anforderung beschreibt, was das System als Output generieren soll. Hierbei soll durch die Aufgabenstellung klar werden, was das System am Ende als Resultat liefern soll.

Beispiel: Das System soll nach dem Speichern der Daten ein Fenster anzeigen, welches den Speichervorgang als abgeschlossen anzeigt.

Im Gegenteil dazu stehen nicht-funktionale Anforderungen, welche eher darauf abzielen, wie ein System dies tun soll. Es beeinträchtigt also nicht das Resultat, sondern gibt vor, wie das System es lösen soll.

Beispiel: Das System soll eine Ladezeit von 0,5 Sek nicht überschreiten.

Somit liegt eine Differenzierung zwischen dem, was das System generieren soll und etwaigen Einschränkungen, Umweltfaktoren wie Effizienz, Usability, etc. vor.

Was sind die Unterschiede des Anforderungsmanagements im klassischen und agilen Projektumfeld?

Im klassischen Projektmanagement (Waterfall-Modell) ist es in der Regel so, dass die Anforderung sehr konkret und isoliert umgesetzt werden soll und im weiteren Projektverlauf keine Änderung der Anforderung mehr stattfindet. Der Detaillierungsgrad der formulierten Anforderung ist hier sehr hoch und lässt möglichst keinen Raum für Interpretationen seitens der umsetzenden Person zu. Kommt es dennoch zu Änderungen, wird dies mit dem Gesamtkonzept des Projektes abgeglichen und geprüft. Änderungen, die umsetzbar sind, werde dann in einem Changelog dokumentiert und in der Anforderungsdokumentation erfasst.

Im agilen Projektmanagement ist bei der Erhebung der Anforderung zunächst eine grobe Dokumentation zu erfassen. Hierbei erfolgt auch eine konkrete Abgrenzung zum Out-of-Scope Bereich des Projektes. Im Folgenden wird dann durch das Projektteam eine Methode für die Umsetzung vereinbart und die Anforderung in einzelne umzusetzende Parts in Form von bspw. User Stories und anschließend in einem Backlog erfasst. Die Anforderungen werden dann im Projektverlauf konkretisiert und verfeinert. Kernaufgabe des Requirements Engineers ist es hierbei, das Backlog immer aktuell zu halten und eng mit dem umsetzenden Projekt-Team zusammen zu arbeiten und kommunizieren.

Wie kann ich im Anforderungsmanagement eine Anforderung möglichst sinnvoll formulieren?

Bei der Formulierung von Anforderungen geht es darum, dem umsetzenden Entwicklungsteam eine konkrete Umsetzungsanweisung zu geben, ohne dass diese durch individuelle Interpretationen beeinflusst wird. Um dies zu gewährleisten, gibt es entsprechende Satzschablonen, die nach einem konkreten Schema verfasst werden. Hierbei werden Bedingungen, Verbindlichkeiten, Art der Funktionalität, das Objekt sowie der Prozess identifiziert und in eine Satzschablone gegossen.

Zudem gibt es weitere Kriterien zu beachten, die dazu beitragen, dass eine Anforderung möglichst standardisiert formuliert wird und sodass diese nicht fehlverstanden wird.

  1. Eine Anforderung pro Satz
  2. Kurze Sätze
  3. Im Aktiv formuliert
  4. Keine Nominalisierungen
  5. Eindeutige Bedeutung anwenden

Kann ich mich im Bereich Anforderungsmanagement weiterbilden?

Um ein möglichst einheitliches Verständnis und einen einheitlichen Umgang beim Anforderungsmanagement zu gewährleisten, wurde das International Requirements Engineering Board (IREB) gegründet. Dieses hat ein standardisiertes und offiziell anerkanntes Zertifizierungsmodell entwickelt, um Anforderungsmanagement zu betreiben, sodass es Branchen- und Unternehmensübergreifend angewendet wird. Bei CINTELLIC wird jeder Berater und jede Beraterin nach IREB geschult und zertifiziert.

Daher gibt es nur wenige erfolgreiche CINTELLIC-Projekte ohne qualitativ hochwertiges Anforderungsmanagement.

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